Umfrage bei NGOs: Mittelkürzungen weitgehend akzeptiert
Vielleicht sollten mehr Unternehmer Altruisten sein. Vielleicht aber sollte es mehr Altruisten geben, die Unternehmer werden. Eine Studie der Unternehmensberatung stratum consult in Berlin kommt zumindest zu dem Schluss, dass der aktuelle Wandel mehr Social Entrepreneurs hervorbringt. Also diejenigen Unternehmer, die gesellschaftliches Engagement und wirtschaftliches Denken zusammenbringen, für die diese Begriffe keine Gegensätze mehr darstellen sondern vielmehr sich ergänzen, eine Symbiose eingehen.
Ansatz für die Befragung von insgesamt 217 NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen, NPOs (Non-Profit-Organisationen) und öffentlichen Verwaltungen waren die Ankündigungen der Bundesregierung, die Mittel zu kürzen. In vielen Bundesländern, vorzugsweise den nördlichen, hat dies bereits in den vergangenen Jahren zur Schließung vieler Jugendherbergen geführt. Einzig in den südlichen Bundesländern, wo die Jugendherbergen oftmals noch auf die Unterstützung der Kirche zählen können, sieht das noch anders aus. Zentrale Fragen der Umfrage lauteten:
- Wie gehen Verwaltungen und Nichtregierungsorganisationen mit den bevorstehenden Kürzungen um?
- Wie hoch wird die Sparwelle ausfallen?
- Und: Wen wird sie verschlingen und wer glaubt, das sie ihn gar nicht erreicht?
Mehr als die Hälfte der befragten Organisationen und über zwei Drittel der öffentlichen Verwaltungen haben an, dass die öffentliche Haushaltslage bereits in diesem Jahr zu drastischen Förderkürzungen führe. Insbesondere Projektförderung und Personalförderung seien davon betroffen. Erstaunlich: Gut ein Fünftel der Vertreter von NGOs und Verwaltungen gaben an, sie wüssten nicht, inwiefern sie überhaupt von Kürzungen oder Streichungen betroffen seien. Und ebenso verwunderlich scheint auf den ersten Blick die Akzeptanz gegenüber den Kürzungen. Knapp 30% der befragten öffentlichen Verwaltungen halten die bevorstehenden Kürzungen für angemessen und gerecht. In den NGOs und NPOs sind es immerhin noch 16,8 Prozent. Ein Fünftel wiederum traut sich auch hier keine Beurteilung über die Angemessenheit zu.
Mögliche Gründe für die doch erstaunlich hohe Akzeptanz liefern die Antworten einiger Befragten. So beurteilte beispielsweise ein Naturschutzverband die Effektivität einiger Förderungen folgendermaßen: „ Es wird in allen bereichen unsinnig gefördert, es muss stärker differenziert werden.“
Die gesamte Studie gibt es zum Download bei stratum consult.





