Archive for März 2011

re:campaign – die besten Online-Kampagnen

Flyer der re:campaign 2010

Das Internet und gerade das bereits umfassend diskutierte Web2.0 haben unsere Art der Kommunikation geändert. Daran besteht kein Zweifel. Statt eines Anrufs schreiben viele anstatt einer Mail heute meist eine Facebooknachricht oder gründen, um zum Geburtstag einzuladen gleich eine entsprechende Gruppe auf der Internetplattform, die Relevanz eines aktuellen Themas misst sich immer seltener an den Schlagzeilen in den Tageszeitungen sondern in der Häufigkeit der Google-Suche oder Twitterposts.

Das auch soziale Initiativen und Sozialunternehmer diese Mittel des Bekanntwerdens und der Kommunikation nutzen ist nur logisch und sinnvoll. Gut gemacht geht es kaum günstiger, schneller und transparenter. Viele schätzen dabei auch den direkten Kontakt mit Zielgruppe und/oder Adressaten. In den USA ist das Thema “Online-Campaigning” bereits weit bekannt und wird viel genutzt. Um diese Art der Kampagne auch in Deutschland bekannt zu machen, findet in zwei Wochen (16. & 17. April) die re:campaign in Berlin statt. Veranstaltet von Oxfam Deutschland, der Agentur Nest, newthinking communications und der Veranstaltungsreihe Socialbar. Angesprochen sind NGOs, Social Entrepreneurs, Stiftungen und Vertreter des nachhaltigen Sektors.

Zu einem besonders aktuellen Thema spricht Jillian C. York. Sie wird darüber referieren, wie das Internet zu den Revolutionen in der arabischen Welt beigetragen hat: “Tools of Change – How the Internet Helped Shape the Arab Spring”. Joana Breidenbach von betterplace.org nimmt sich des Themas der Transparenz und des “Mitmach-Webs” an: “It´s a trend, stupid! Wie der soziale Sektor schon heute von Transparenz und Partizipation profitiert.” Weitere Redner und ihre Themen:

  • Patrick Meier: The Changing Role of Technology in Activism and Humanitarian Response
  • Anna-Maria Zahn: Social Media Monitoring – Was es für das Kampagnenmanagement leisten kann
  • Gerald Czech: Multidimensionale Partizipation – Wege zu offenen Organisationen

Tickets für die re:campaign 2011 gibt es unter www.recampaign.de/tickets

Social Impact Award 2011 im The HUB Vienna

Der Auftakt liegt schon einige Tage zurück, doch noch bis Ende April haben die Teilnehmer des Social Impact Award 2011 in Österreich die Möglichkeit, Workshops im The HUB Vienna zu besuchen – umsonst. Hier soll Hilfe bei der Ideenfindung und Projektentwicklung geleistet werden. Vier Termine sind dafür vorgesehen. Am 11.April findet ein Workshop zum Thema “Design Thinking” statt, am 19. April geht es um die Frage “Geld verdienen als soziales Start-Up, geht das?”, am 22. April sollen die Teilnehmer lernen, wie man “Das Unplanbare plant” und zum Abschluss werden dann unter dem Titel “Meet the Jury” die Juroren getroffen.

Teilnehmen am Social Impact Award 2011 können Studierende, veranstaltet wird der Wettbewerb vom Institut für Entrepreneurship der WU Wien – Ziel ist es, Studierende dafür zu begeistern, soziale Probleme innovativ anzugehen, anzupacken.

Bis zum 29. April können junge Gründer ihre Projekte einreichen, am 30. Mai findet im The HUB Vienna die Preisverleihung statt.

Mit dem Radl gen Nachhaltigkeit – Ideen erfahren 2011

Wie schon im vergangenen Jahr veranstaltet der Verein “Ideen erfahren” auch in diesem Sommer wieder eine zweiwöchige Radtour. Angesprochen sind Jugendliche und jungen Erwachsene von 16 bis 25 Jahren. Vom 30. Juli bis 30. August geht es mit dem Fahrrad von Darmstadt bis Schönau im Schwarzwald. Auf der Radtour sollen laut Veranstalter Menschen, Orte und Ideen kennengelernt werden, “die erlebbar machen, dass Zukunft nicht passiert, sondern aktiv von ihnen gestaltet werden kann.” Denn wie lernt es sich besser als in einer Gruppe Gleichgesinnter und wenn man die “Best-Practice”-Beispiele besucht, diskutiert und sich so ein eigenes Bild machen kann?

Ein Filmteam wird die Tour begleiten, und von jeder Station kleine Filme machen. Die Filme aus dem vorigen Jahr sind hier zu sehen. Bis zum 30. April können sich Interessierte für die Ideen erfahren Tour 2011 bewerben!

Folgende Stationen sollen während der zweiwöchigen Tour besucht werden:

• Integrationsbetrieb Rheinrestaurant, Oppenheim – „Gesellschaftliche Teilhabe“
www.rheinrestaurant-oppenheim.de

• Biolandhof Borngässer, Nierstein-Schwabsburg – „Ökologische Landwirtschaft“
www.biohof-borngaesser.de

• Juwi Holding AG, Wörrstadt – „100% erneuerbare Energien sind möglich“
www.juwi.de

• Bio-Solar-Haus GmbH, Sankt Alban – „Ökologisches Wohnen“
www.bio-solar-haus.de

• Friedensplenum Mannheim, Mannheim – „Friedensarbeit und internationale Gerechtigkeit“
www.frieden-mannheim.de

• Weltladen Heidelberg, Heidelberg – „Schnäppchenjagd weiter denken“
www.weltladen-heidelberg.de und www.schnaeppchenjagd-weiter-denken.de

• Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe – „Mensch, Technik, und nachhaltige Entwicklung”
www.kit.edu

• Europäisches Parlament, Straßburg – „Internationale Demokratie“
www.europarl.europa.eu

• Regionalwert AG, Eichstetten am Kaiserstuhl – „Ökologische Landwirtschaft“
www.regionalwert-ag.de

• EOS Erlebnispädagogik, Freiburg – „Ganzheitliche Bildung“
www.eos-ep.de

• Selbstorganisierte unabhängige Siedlungsinitiative (SUSI), Freiburg – „Freiräume gestalten“
www.susi-projekt.de

• GLS Gemeinschaftsbank eG & Institute for Social Banking, Freiburg – „Geld & Sinn“
www.gls.de und www.social-banking.org

• EWS Elektrizitätswerke Schönau, Schönau im Schwarzwald – „atomstromlos. klimafreundlich. bürgereigen“
www.ews-schoenau.de

• Tag der Ideen, Schönau im Schwarzwald – „Ideen erlebbar machen und vernetzen“, s.u.
www.tagderideen.de

 

 

Prominent besetzte KeyNotes beim Fundraising Kongress 2011

Was sind die Schlüsselfähigkeiten beim Fundraising, welche Chancen bietet CSR für NGOs und welche Rolle spielt Social Media beim Spendensammeln? Diesen und weiteren Fragen will der Deutsche Fundraising Kongress 2011 in Fulda auf den Grund gehen. In 16 Workshops, 32 Seminaren und rund 40 Table Sessions (Programm online) sollen die Hürden, Aufgabenstellungen und Chancen von Fundraising diskutiert werden.
Außerdem laden prominent besetzte KeyNotes dazu ein, weiter in das Thema einzudringen, es von anderen Seiten zu beleuchten und sich so ein Bild zu machen. So spricht etwa Karl Rabeder über sein neues Menschsein ohne Luxus, Alfred Biolek, Stiftungsgründer und Unterstützer der Stiftung Weltbevölkerung wird ebenfalls persönlich darüber berichten, was ihn zum Stifter macht, was ihn motiviert und antreibt. Weitere Keynotes von Bernd Reutemann, Geschäftsführer des Bischofhotel, Inge T. Reichenbach, Vice President Development an der Yale Univerity und Dr. Bernhard von Mutius, Sozialwissenschaftler, Autor und Berater.

Termin:

6. – 8.April 2011 in Fulda

hier gehts zur Anmeldung

 

TV-Tipp zum Tag des Wassers

 

Lange hat Veolia versucht, die Ausstrahlung zu verhindern. Geglückt ist es nicht. Der französische Versorgungskonzern war juristisch dagegen vorgegangen, wollte verhindern, dass der TV-Sender arte die Dokumentation “Water makes money” von Leslie Franke und Herdolor Lorenz tatsächlich ausstrahlt. Die Filmemacher hatten dazu eigens auf der Seite zum Film einen Aufruf gestartet, bereits 2005 hatte Veolia beim NDR erreicht, dass der Film “Wasser unterm Hammer” der beiden nicht ausgestrahlt wurde. Damals ging um die Teilprivatisierung der Berliner Wasserwerke.

In diesem Jahr steht der Tag des Wassers unter dem Motto “Wasser und Stadt”. UN-Water, eine Unterorganisation der Vereinten Nationen hatte sich dieses Thema gewählt, um bei Kommunen, Städteplanern und Regierungen sowie Einzelpersonen auf die drängenden Fragen der urbanen Wasserversorgung aufmerksam zu machen.

Das Recht auf Wasser ist mittlerweile ein Menschenrecht. Darauf hat sich die Vollversammlung der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr geeinigt. Doch wie soll das umgesetzt, kontrolliert werden? Nicht nur in Dritte-Welt-Ländern ist die Wasser- und Sanitärversorgung problematisch. Selbst in Industrieländern wird schlechtweg das Wasser abgestellt, sollte jemand nicht in der Lage sein, seine Rechnung zu begleichen. Die Frage drängt sich auf: Wie teuer wird es in Zukunft wohl sein, sich mit etwas zu versorgen, auf das der Mensch ein Grundrecht besitzt? Bringt die Privatisierung der Wasserversorgung Vorteile wie moderne Leitungen oder ist das Profitdenken auf Kosten der Bürger? “Water makes money” dürfte zur Aufklärung beitragen – auch warum Veolia die Ausstrahlung dieses Beitrags verbieten wollte, dürfte sich dann erschließen. arte, 20:15 Uhr.

Vision Summit 2011 an der Universität Potsdam

Anfang April (7. -9. April) findet in Potsdam an der Universität Potsdam auf dem Campus Griebnitzsee der Vision Summit 2011 statt. Unter dem Motto “Don’t Wait. Innovate!” sind eine Vielzahl von Workshops geplant, die Social Entrepreneurs und solchen, die es werden wollen, weiterführende Tipps und auch Starthilfe geben wollen. 50 Workshops und 20 sogenannte Impulsevents mit mehr als 150 erfahrenen Sozialunternehmern sollen den passenden Rahmen bilden. Ein besonderes Highlight sollen in diesem Jahr am 7. April die Workshops der School of Design Thinking sein.

Ziel von Initiator und Veranstalter Peter Spiegel ist, die bisher oft separaten Aktivitäten wie Social Business, CSR und Nachhaltigkeitsstrategie im Sinne eines Social Impact Business zu verknüpfen und Wege dafür aufzuzeigen. Das komplette Programm als PDF.

Wer sich unter dem Stichwort “enorm” für den Vision Summit 2011 anmeldet, kann sich beim Eintritt ein eigens für den Event designtes T-Shirt abholen! In der kommenden Ausgabe von enorm – Wirtschaft für den Menschen (erscheint am 7. April) erzählt Peter Spiegel im Interview, wie sich der Vision Summit neu ausrichtet um den Anforderungen der Zeit, und ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen, gerecht zu bleiben.

Gut zu wissen: Heute ist Weltverbrauchertag

Erstmals wurde der Weltverbrauchertag gefeiert am 15. März 1983. Mitnichten geht es an diesem Tag daum, eine Lobeshymne auf den Konsum zu singen. Vielmehr geht es um die Rechte der Verbraucher. Verbraucherverbände nutzen diesen Tag seither, Bilanz zu ziehen und ihre Interessen öffentlich zu machen.

Zur Geschichte des Weltverbrauchertages:

Ursprung des Weltverbrauchertages ist die Erklärung des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, der am 15. März 1962 in einer Rede vor dem amerikanischen Kongress erstmalig vier grundlegende Rechte der Verbraucher formulierte. Als sogenannte “Grundrechte” der Verbraucher bezeichnete er:

  • das Recht auf Sicherheit und sichere Produkte
  • das Recht auf umfassende Information
  • das Recht auf freie Wahl
  • das Recht, gehört zu werden.

Diese Grundrechte wurden von der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Verabschiedung der Guidelines for Consumer Protection 1985 (1999 noch einmal aktualisiert) erweitert um:

  • das Recht zur Befriedigung der Grundbedürfnisse
  • das Recht auf Entschädigung
  • das Recht auf Verbraucherbildung
  • das Recht auf eine intakte Umwelt
  • das Recht auf politische Interessenvertretung

In diesem Jahr hat der internationale Dachverband Consumers International den Weltverbrauchertag unter das Motto Consumer for fair financial services gestellt.

Für die Österreicher: Ringvorlesung in Graz

Poster der Ringvorlesung "Waste of Mind: Diplom zum Vorteilspreis oder nachhaltige Entwicklung?"

Österreich scheint schwer im Kommen in Sachen Nachhaltigkeit. Hier hatten wir bereits auf den austrianSocialBusinessDay 2011 hingewiesen. Morgen beginnt in Graz die Ringvorlesung “Waste of Mind: Diplom zum Vorteilspreis oder nachhaltige Entwicklung?” Zur Diskussion steht die derzeitige Situation in der österreichischen Bildung. Dabei soll dargestellt werden, welche Bedeutung die Universitäten für die Realisierung nachhaltiger Entwicklung haben und wie sich etwaige Eingriffe in die Mittelvergabe für Universitäten auf diese für Österreich strategisch wichtige Entwicklungsbereiche auswirken werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der dabei sowohl mit den Studenten als auch externen Gästen erörtert werden soll: Der Zusammenhang zwischen universitärer Bildung und Forschung und einer nachhaltigen Entwicklung Österreichs. Die Vorlesungen finden an allen vier Grazer Unis statt, jeweils zwei Vortragende beleuchten ein Thema. Die Spannbreite reicht dabei von Verkehr über Kultur und Wirtschaft bis hin zu Forschung und natürlich Bildung.

Der erste Vortrag findet morgen um 18:00 Uhr unter dem Titel “Ein Low Carbon Wirtschaftssystem braucht radikale Innovation” an der TU Graz statt. Die Reihe endet am 08.06 mit einer Podiumsdiskussion. Übersicht über die weiteren Vorträge.

Heldenmarkt in Berlin

Ende März (26./27.) findet in Berlin wieder der Heldenmarkt statt. Wie auch schon im November vergangenen Jahres laden die Veranstalter in den Postbahnhof am Ostbahnhof. Beim Heldenmarkt dreht sich alles um nachhaltigen Konsum, vor allem kleinere Firmen und Start-ups sollen die Möglichkeit bekommen, ihre ökologisch- und bestenfalls ethisch-korrekten Produkte zu präsentieren. Und ein ums andere Mal geht es auch darum zu zeigen, dass nachhaltiger Konsum Freude machen kann, und auf Genuss nicht verzichtet werden muss.

Infos:

5,- Euro/ ermäßigt 4.- Euro/ Kinder bis 14 Jahre frei
ORT:
Postbahnhof am Ostbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8, 10243 Berlin

Jedes Ticket nimmt übrigens auch an der Heldenmarkt-Tombola teil!

Yunus’ letzte Chance am Dienstag?

Cover von Muhammad Yunus jüngstem Buch

Am kommenden Dienstag hat Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus seine wahrscheinlich letzte Chance, seinen Posten als Direktor der Grameen Bank zurückzubekommen. Er hatte gegen das Urteil des Gerichts Berufung eingelegt, das seine Absetzung durch die Zentralbank als rechtens bestätigt hatte.

Unterdessen erfährt der „Banker der Armen“ auch weiterhin überwiegend Unterstützung. So äußerte sich etwa Stefan Knüppel von Opportunity International „Wie sich uns die Lage darstellt, versucht die Regierung Bangladeshs, Yunus mit vorgeschoben Gründen aus der Grameen Bank zu drücken. Dabei werden weder belastbare Beweise für Fehlverhalten vorgelegt, noch ist das Verfahren legitim oder transparent. Hier soll eine alte Rechnung beglichen werden“, so Stefan Knüppel. Auch er spricht damit die Parteipläne Yunus’ von 2007 an, die nach Meinung der Anhänger des Ökonomen dazu geführt hätten, sich den Zorn von Premierministerin Sheik Hasina zuzuziehen.

Sir Fazle Hasan Abed, Gründer des Mikrokredit-Instituts BRAC bestätigte in einem Statement die Wichtigkeit der Grameen Bank für die Bekämpfung von Armut in Bangladesh, er sagte: “Im Namen von BRAC äußere ich meine Bedenken bezüglich der jüngsten Entwicklung die Grameen Bank betreffend. Die Grameen Bank ist eine extrem wichtige Institution, mit 8,3 Millionen Kunden – den Ärmsten der Armen. Dem Wohlergehen der Kreditnehmer und einem beständigen Fortgang dieser Institution muss oberste Priorität in jeglicher Entscheidung die Grameen Bank betreffend eingeräumt werden.“

Unterdessen werden die Unterstützer von Grameen und Yunus in der Facebook-Gruppe Support Yunus dazu aufgerufen, ihre Profilbilder in der Grameen-typische Karomuster zu ändern oder regionale Events zu organisieren, um vor Botschaften und Konsulaten Bangladeschs für den Nobelpreisträger zu demonstrieren. Über diese und andere Gruppen und Online-Petitionen hatten wir hier schon berichtet.