CSR

Summer Rayne Oakes: „An sich ist Mode nichts“

Verschnupft und ungeschminkt treffen wir Summer Rayne Oakes auf der Modemesse Thekey.to. In einem Hinterzimmer erzählt uns “das Ökomodel”, im ersten Teil des Interviews, was einen individuellen Stil ausmacht und von ihrer Leidenschaft, dem Insektenzüchten. Mehr zum Thema faire Mode auch in unserem Modespecial

Trotz Schnupfen gut gelaunt: Summer Rayne Oakes (l.)

enorm: Mrs. Oakes, Sie haben schon vor einer ganzen Weile angefangen zu modeln und gleich zu Beginn beschlossen, nur mit Firmen zu arbeiten, die sozial und ökologisch verträglich produzieren – war das nicht sehr schwer, überhaupt Kunden zu finden?
Summer Rayne Oakes: Ich habe 2001 mit dem Modeln angefangen, aber so richtig in Fahrt kam das Ganze erst 2007. Es hat wirklich sechs schwierige Jahre gedauert, daraus eine wirkliche Karriere zu machen, auch wenn das nicht mein oberstes Ziel war. Ich wollte einfach ein Publikum erreichen, das das Thema Umweltschutz sonst nicht Weiterlesen »

Krankenkasse kämpft für Bio-Ernährungbonus

Bonus für Bio-Lieferung? (photo by Ned Raggett)

Ihre Idee klingt vielversprechend: Die Krankenkasse BKK advita will einen Bio-Ernährungsbonus einführen, um gesunde Ernährung und nachhaltigen Konsum zu belohnen. Der Bonus würde allen gezahlt werden, die Einkäufe von Bio-Lebensmitteln nachweisen, beispielsweise von Bio-Bauernhöfen. Damit wolle die Krankenkasse am Weiterlesen »

Alles im grünen Bereich?

„Wozu grün und fair – Hauptsache Handys sind smart, schnell und schick!?” Unter diesem Titel steht die derzeit laufende Online-Diskussion auf www.diskutiere.de. Thema des offenen Dialogs – initiiert von Telefónica Germany gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein UPJ e.V. – ist die Frage, ob und wie ein nachhaltiger Konsum und Lebensstil im Zeitalter von Smartphones, Apps & Co. möglich ist.

Im Rahmen des Dialogs soll Weiterlesen »

“Hoffnungen nicht alle erfüllt” – Bundeskanzlerin beim RNE 2011

Erst Stille im Saal, dann verhaltener Applaus – die Begrüßung war nicht gerade stürmisch, als Angela Merkel das Berliner Tempodrom betrat und sich ihren Platz in der vordersten Reihe suchte. Vielleicht erinnerten sich die Besucher an das letzte Jahr, als die Bundesregierung unmittelbar vor der Jahreskonferenz des Rats für Nachhaltige Entwicklung die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke beschlossen hatte. Auch damals war der Empfang “nicht gerade herzlich”, wie Merkel formulierte. Dieser Plan ist inzwischen vom Tisch, offenbar aber gibt es noch immer Zweifler, die nicht daran glauben, dass die deutschen AKWs mittelfristig tatsächlich abgeschaltet werden.

“Wir werden Sie nie ganz zufrieden stellen. Aber wir geben uns Mühe”, sagte Angela Merkel in einer Rede, in der sie durchblicken ließ, dass sie längst nicht alle Einsichten des Rats für Nachhaltige Entwicklung und der Kritiker teilt. Sie wies auf den Konsens hin, darauf, dass der Weg der Nachhaltigkeit sämtliche Menschen mitnehmen muss, sow0hl im Privaten wie in der Wirtschaft. Andererseits gebe es noch viel zu tun. “Die Hoffnungen, die Rio 1992 geweckt hat, sind längst nicht alle erfüllt worden.” Auch sie selbst musste von gewissen Notwendigkeiten überzeugt werden – die Katastrophe von Fukushima lässt sie heute Einsichten teilen, “die andere schon früher hatten”.

Merkel blickte aber auch ins kommende Jahr und darüber hinaus. Der 4. Juni 2012 wird – 20 Jahre nach Rio – zum deutschlandweit gefeierten Tag der Nachhaltigkeit. Das Jahr wird zum Jahr der Nachhaltigkeitsforschung ausgerufen, und an dem Dialog zur Nachhaltigkeit sollen sich auch die Bürger beteiligen – der neue Fortschrittsbericht zur Nachhaltigkeit der Regierung stehe ab sofort abrufbereit im Internet. Das Netz sei für sie ohnehin eine große Hoffnung: “Das Internet macht die Globalisierung erlebbar”, sagte Merkel, und das führe dazu, dass junge Generationen “von Haus aus ganzheitlich denken”. Diese Tatsache mache ihr Hoffnung, dass die Zukunft nachhaltig gestaltet werden könne.

Nachhaltigkeit im Einzelhandel: Mangelware

Wer Bioprodukte sucht oder Fairtrade-Waren kaufen will, hatte es noch nie so leicht. 40 000 Artikel führt ein deutscher Supermarkt im Schnitt, und die Zahl der Produkte, die nach ökologischen und/oder sozialen Kriterien korrekt und fair hergestellt und gehandelt wurden, wächst. Mit der Nachhaltigkeit steht es im Einzelhandel – einem der größten Arbeitgeber – also gar nicht so schlecht. Könnte man meinen.

Die Münchner Rating-Agentur oekom research kommt zu einem anderen Ergebnis. Für eine neue Studie nahm sie sich 130 der weltweit größten Einzelhandelsunternehmen vor – und musste bereits im ersten Schritt kräftig aussieben. 105 Unternehmen scheiterten gleich zu Beginn aufgrund fehlender Transparenz; sie konnten nicht näher untersucht werden. Von den verbliebenen 25 schaffte es lediglich ein deutscher Konzern ins Ranking: Metro landete auf Platz 11. Als bestes Unternehmen stufte oekom die Schweizer Genossenschaft Coop ein, gefolgt von der Schweizer Migros und der britischen Firma Marks & Spencer.

Laut der Rating-Agentur haben nur wenige Einzelhändler “einen umfangreichen strategischen Ansatz mit klaren Definitionen und Zielsetzungen implementiert, um durch eine nachhaltige Sortimentspolitik soziale und ökologische Produkte zu fördern. Da es keine allgemeingültige Definition dafür gibt, was ein nachhaltiges Produkt ausmacht, ist es wichtig, dass die Retailer hier transparent über ihre Entscheidungskriterien berichten”. Oekom untersuchte u.a., ob die Unternehmen den Kunden Informationen über ihre Produkte zur Verfügung stellen, wie sie ihre Lieferketten gestalten, wie sie mit Ressourcen umgehen und was sie gegen den Klimawandel tun sowie die Frage, ob ihre Mitarbeiter fair entlohnt werden. Auf der Skala von A+ (Bestnote) bis D- lang die Durchschnittsnote bei C+.

Die Zusammenfassung der gesamten Studie gibt es hier als PDF.

Wie wir die “CSR-Geschwindigkeit” erhöhen!

Das folgende Gespräch mit enorm Gesellschafter und CSR Experten Roman Mesicek führte Hannes Offenbacher, Unternehmer, Ideenarchitekt und Neudenker. Das Gespräch entstand via Email, wobei jeweils nur eine Frage an den Dialogpartner gesendet wurde, um einen lebendigen Austausch jenseits von statischen Fragen zu erreichen. Es wurde auch in seinem Blog www.bessergehtsimmer.at veröffentlicht.

Hannes Offenbacher Hallo Roman! Du warst lange Zeit Geschäftsführer bei Österreichs führender CSR Plattform – respACT. Wie kann das Thema CSR in das nächste Level gehoben werden und wie kann es den Vorwurf des pressetauglichen “green-washings” überwinden?

Roman Mesicek Ich persönlich halte nichts von Etikettierungen wie “CSR 2.0″, “nächste Generation von CSR” oder eben “auf die nächste Ebene heben”. Das entsteht meiner Ansicht nach einerseits aus dem Wunsch der Medien, immer einen neue Geschichte – einem neuen knackigen Titel – zu haben. Andererseits ist diese Entwicklung von Begrifflichkeiten schon sehr stark Beratergetrieben, wobei eben jeder versucht seine eigene Nische in diesem potentiellen Markt zu erobern.Ich selbst bin in dieser Frage ein Anhänger einer “wahren Lehre”, wenn man so will. Weiterlesen »

Nachhaltigkeit in der kleinen und mittelständischen Wirtschaft

Zur neuen Ausgabe des Magazins enorm mit dem Titelthema CSR (Corporate Social Responsibility) starten wir auch hier im Blog von enorm eine Serie zum Thema. Roman Mesicek, CSR-Experte und Gesellschafter von enorm, wird hier regelmäßig über Chancen, Schwierigkeiten und Aktuelles aus dem Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen berichten.

Nachhaltigkeit bedeutet für die Wirtschaft, mittels neuer Ideen und Initiativen eine Balance zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bedürfnissen herzustellen. Dies beinhaltet zum einen den schonenden Einsatz der Ressourcen zukünftiger Generationen, zum anderen aber auch, dass ein Unternehmen einen respektvollen, transparenten und motivierenden Umgang mit all seinen Anspruchsgruppen pflegt. CSR ist die Abkürzung für Corporate Social Responsibility und soll als Instrument dienen, um Nachhaltigkeit im Unternehmen umzusetzen.

Für große, multinationale Konzerne ist dieser Begriff auch kein Fremdwort mehr. Jedoch wird in Deutschland, der Schweiz und Österreich die Wirtschaft stark von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) geprägt. Diese sind traditionell stark in regionale Strukturen eingebunden und die Umsetzung von CSR wird hier oftmals mit rein altruistischen Gründen, also der Realisierung von persönlichen, sozialen bzw. ethisch-moralischen Verpflichtungen, in Verbindung gebracht. Obwohl derartigen Zielsetzungen natürlich nichts entgegen steht, muss hervorgehoben werden, dass CSR-Maßnahmen nicht nur positive Auswirkungen auf die Gemeinschaft oder Umwelt haben, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von Kleinbetrieben selbst deutlich verbessern kann.

Der geschäftliche Mehrwert, den soziale und ökologische Initiativen mit sich bringen, bleibt darüber hinaus oft unerkannt und sein Potential daher von UnternehmerInnen unterschätzt. Der konkrete Geschäftsnutzen lässt sich jedoch häufig nicht an Zahlen festmachen und stellt sich auch nicht immer unmittelbar ein. Naheliegend ist jedoch, dass ein fairer Umgang mit GeschäftspartnerInnen, MitarbeiterInnen und der Umwelt sowie soziales Engagement in der Gemeinschaft Teile des wirtschaftlichen Erfolgs sind. Solche Maßnahmen werden allerdings selten langfristig geplant oder als strategisches Managementkonzept eingesetzt.

Was können also nun Anreize für die Umsetzung von Corporate Social Responsibility in KMU sein?

Positive Wettbewerbseffekte, die KMU Forschung Austria in einer europaweiten Unternehmensbefragung herausgearbeitet hat, sind unter anderem:

  • verbesserte Wahrnehmung durch die KundInnen und höhere Kundenbindung, z. B. durch Pressemeldungen über das Unternehmen oder Mundpropaganda,
  • erhöhte Loyalität und Motivation der MitarbeiterInnen, die zur höheren Einsatz- und Lernbereitschaft des Personals führen und in geringeren Fluktuations- und Abwesenheitszeiten resultieren,
  • Kosteneinsparungen und Produktivitätsgewinne durch den effizienten Einsatz betrieblicher Ressourcen und Realisierung von Innovationen durch die Auseinandersetzung mit umweltschonenden Produktionsprozessen oder verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen oder gemeinnützigen Einrichtungen,
  • besserer Zugang zum Arbeitsmarkt und Stärkung der Markt- und Netzwerkbeziehungen und
  • schließlich Umsatzsteigerungen, hervorgerufen durch die vorab angeführten Faktoren.

An Beginn der Umsetzung von CSR steht jedoch für kleine wie für große Unternehmen die Auseinandersetzung mit der Strategie des Betriebs in Bezug auf soziale und ökologische Anknüpfungspunkte zum eigenen Kerngeschäft. Und in diesem Bereich braucht es auch Unterstützung. Sei es durch geförderte Beratungsangebote wie diese in Österreich seit 2008 durchgeführt werden und in Deutschland gerade anlaufen. Aber auch durch Vernetzungsangebote wie Unternehmen für die Region oder niederschwellige Einstiegsangebote wie Lokale Aktionstage sind eine gute Anlaufstelle für engagierte UnternehmerInnen.

Meistern Unternehmen die Herausforderung des Einstiegs in das Thema und integrieren konsequent soziale und ökologische Themen in die Strategie, so leisten sie nicht nur einen wertvollen Beitrag für Gesellschaft und Umwelt sondern minimieren ihre Risiken, steigern die MitarbeiterInnenmotivation, stärken Kundenbindung und -vertrauen, erhöhen ihr Innovationspotenzial und generieren so Wettbewerbsvorteile am Markt.

Text: Roman H. Mesicek, er ist Experte für Corporate Social Responsibility (CSR) und Gesellschafter des enorm Magazin. Er lebt und arbeitet in Wien.
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