Anzeige

Posts Tagged ‘AKW’

Dauerkampf gegen das Ding am Deich

Eine Handvoll AKW-Gegner bei der Mahnwache am Werkstor (Foto: Screenshot www.dingamdeich.de)

Das AKW Brokdorf liegt wie ein Fremdkörper in der idyllischen Landschaft an der Elbe. Am sechsten Tag jeden Monats findet eine Mahnwache am Werkstor statt. Eine Handvoll Atomkraft-Gegner singt ein Protestlied. Es schneit. Seit der Meiler vor 26 Jahren ans Netz gegangen ist, steht fest: Die AKW-Gegner haben den Kampf verloren. Doch sie stehen noch immer im Ring. So einsam wie bei der Mahnwache im Schnee

In diesen Tagen startet der Film „Das Ding am Deich“ in den deutschen Kinos. Die Dokumentation zeichnet nach, wie sich die Bevölkerung seit den 1970er-Jahren gegen den Bau eines Atomkraftwerks in Brokdorf (Schleswig-Holstein) gewehrt hat.

Die Auseinandersetzung glich einem Boxkampf. Im Ring standen ungleiche Kontrahenten: Einerseits die Bevölkerung von Brokdorf zusammen mit Weiterlesen »

20. – 26. August: die Veranstaltungen der Woche

Die Veranstaltungen der Woche

Kino-Tour: Das Ding am Deich
Mit dem „Ding am Deich“ ist das Atomkraftwerk Brokdorf gemeint. In den 1970er-Jahren gab es vehemente Proteste gegen das Vorhaben. Inzwischen ist das AKW seit 25 Jahren am Netz. Die Filmemacherin Antje Hubert hat Bewohner von Brokdorf und der Wilstermarsch besucht, hat die Stimmung aufgespürt, die jetzt dort herrscht, hat sich auf die Suche gemacht, was vom Protest übrig geblieben ist und wie die Menschen mit dem Ding am Deich leben. Der Film ist ab heute auf Tour Weiterlesen »

Kämpfen für den grünen Frieden: 40 Jahre Greenpeace

War vor 40 Jahren mit einer kleinen Demonstration nach “green peace”, grünem Frieden, begann, ist heute eine der größten und einflussreichsten Umweltschutzorganisationen der Welt. Gründer Irving Stowe wollte am 15. September 1971 mit einem kleinen Boot von Vancouver aus zu den Aleuten reisen um gegen die Atombombentests der US-Amerikaner zu protestieren. Hier mehr zur Gründungsgeschichte von Greenpeace.

40 Jahre Greenpeace heißt mittlerweile auch: Büros in 40 Ländern und von Anbeginn Unabhängigkeit von Wirtschaft und Politik. Stattdessen mischt sich die Weiterlesen »

Presseschau: Kritik am Atomausstieg bis 2022

Den einen geht die Entscheidung nicht weit genug, den anderen ist sie zu endgültig: Die sieben derzeit abgeschalteten Atomkraftwerke bleiben aus, das Gros der Meiler wird bis 2021 abgeschaltet, nur drei AKW bleiben als Reserve noch bis 2022 am Ende. Bis dahin soll die Energiewende vollzogen sein. Ein Meiler soll als Notreserve fungieren, falls im Winter zu wenig Sonne scheint. Die Regierung hat sich mit ihren in der Nacht beschlossenen Plänen eng an die Empfehlungen der kurz nach der Katastrophe im Atomkraftwerk von Fukushima eingesetzten Ethik-Kommission gehalten. Auch die Brennelemente-Steuer bleibt.

Umweltverbänden und Opposition gehen die Pläne nicht weit genug. Stromkonzern RWE hingegen erwägt, eine Klage einzureichen. Eine kleine Presseschau zum Thema Atomausstieg bis 2022:

Im Kino: An einem Samstag

Filmplakat "An einem Samstag"

An Samstagen gehen die meisten Menschen entspannten Beschäftigungen nach, so sie nicht arbeiten müssen. Sie schlafen aus, frühstücken, gehen zum Sport und einkaufen, treffen sich mit Freunden oder verbringen die Zeit mit der Familie.

Valerij, der Protagonist in “An einem Samstag” startet seinen Feiertag damit, dass er durch die Nacht rennt, keuchend zur Parteizentrale. Dort treffen sich seine Parteikollegen, um zum Atomkraftwerk zu fahren – Valerij darf nicht mit. Also rennt er dem Wagen hinterher. Als auch er am Meiler ankommt, außer Atem und mit manischem Gesichtsausdruck, schmeißt ihn sein Parteifreund raus. Man ahnt es, Valerij lässt sich nicht leicht abschütteln. Er schleicht sich wieder ein und wird wieder rausgeworfen. Die Partei spielt die Explosion runter, die Bevölkerung soll vorerst nicht informiert werden.

Der schon längst vertrahlte Protagonist fasst also den Plan, mit seiner Freundin zu fliehen. Wieder rennt er. Diesmal, um Vera aus dem Mädchenwohnheim zu holen. Gemeinsam rennen sie zum Zug. Doch zu allem Überfluss bricht Vera der Absatz und sie will sich im Kaufhaus neue Pumps kaufen, schließlich könne sie ohne Schuhe nirgendwohin. Ihren Reisepass hat sie in einem Restaurant, an dem sie am Abend mit Valerijs alter Band auftritt. Auch der muss noch abgeholt werden.

Valerij, mittlerweile mit irrem Gesichtsausdruck lässt sich schließlich dazu hinreißen, sich doch wieder ans Schlagzeug zu setzen, der Abend eskaliert in einem Trink- und Prügelgelage, an dem keiner die auch nicht greifbare Gefahr nach dem Super-GAU wahrhaben will.

Valerij (Anton Shagin) hat das Ausmaß der Katastrophe erkannt © Bavaria Pictures

Regisseur Alexander Mindadze wollte in “An einem Samstag” bewusst auf die menschliche Komponente setzen und die Fakten zu dem Reaktorunfall ausblenden. Er hätte wohl gut daran, weniger Valerij und mehr Tschernobyl ins Bild zu setzen. Der Protagonist mit seinem nur leicht changierenden Gesichtsausdruck, bei dem es schwer auszumachen ist, ob er nun lächelt oder manisch ist, macht es dem Zuschauer bisweilen schwer, der Geschichte zu folgen. Doch immer wieder ziehen einen packende, sehr körperliche Szenen von Hauptdarsteller Anton Shagin in das Geschehen. Ein Film über Tschernobyl zum 25. Jahrestag, der die unsichtbare Gefahr zum Thema hat, das letzte Aufbegehren von Lebenslust im Angesicht des Todes ist nicht falsch. Und über den Tag nach der Katastrophe, einen ganz normalen Samstag, an dem das Leben einfach seinen gewohnten Lauf nahm. Die Menschen wurden erst 36 Stunden nach der Katastrophe evakuiert.

“An einem Samstag” startet morgen in den Kinos.

Text: Catharina Swantje Muuß, Bilder: Bavaria Pictures

Alternative Energien auf der Hannover Messe 2011

Wenn wir über Energie reden, können wir schlecht die Ereignisse der letzten Wochen völlig ausblenden. Fukushima. Plötzlich ist sie wieder brutal aktuell, die Energiedebatte. Welche Technologie ist wie zukunftsfähig und lässt sich auf welchem Weg weiter entwickeln und etablieren?
Von heute an bis zum 8. April findet die Hannover Messe 2011 statt. Ein Mekka der technischen Innovationen. Zentrales Thema ist „Smart Efficiency“ – die Verbindung von Kosten-, Prozess-, und Ressourceneffizienz. Besser dastehen durch weniger Verbrauch. Es drängt sich somit auch unweigerlich die Frage nach der Zukunft unserer Energie auf. Die Veranstalter sprechen von „hochintelligenten Lösungen“ für die Probleme der Zukunft. Gezeigt werden u.a. Neuerungen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Zulieferindustrie (Leichtbau etc.), Kraftwerkstechnologie, Windenergie und Oberflächentechnik.
Im Bereich der Kraftwerksplanung werden unter Anderem Erzeugungstechnologien zur Ergänzung der Erneuerbaren, wie
beispielsweise Hybrid-Kraftwerke (Gasturbine-Brennstoffzelle o.Ä.) vorgestellt. Auch im Mobilitätssektor spielen hybride Antriebssysteme eine große Rolle. Clean Energy Partnership präsentiert Zero Emission Fahrzeuge und Technologien von Opel/GM, Vattenfall, VW und Toyota. Zentral hier ist die Wasserstoff-und Brennstoffzellentechnologie.

Wer einen Selbstversuch mit  dieser Art von emissionsfreiem Antrieb unternehmen möchte, kann die entsprechenden Modelle selbst auf der Messe testen (Ride + Area östlich von Halle 27).

Tickets gibt es ab 25€, ermäßigt 14€.  Geöffnet hat die  Messe von
09:00 – 18:00 Uhr.

Text: Lea Böttger

Dialog der Nachhaltigkeit der Bundesregierung

Vieles, was derzeit aus der Berliner Politik zu vernehmen ist, lässt die Bürger ratlos und frustriert zurück. Sei es die Verlängerung der Atomkraftwerklaufzeiten, das Bahnprojekt Stuttgart 21 oder die Anhebung der HartzIV-Sätze. Eine Sache jedoch, die kann, wenn nicht Mut und Hoffnung spenden, so doch wenigstens Weiterlesen »

Presseschau: Die Energiedebatte

Eine Diskussion mit vier Parteien und mindestens fünf Meinungen möchte man annehmen, die Energiedebatte kocht hoch. Eine Presseschau auf dem enorm Blog.

In dem Kommentar “Das Leid mit den Laufzeiten” bei WELT online wird die Bereitschaft der einzelnen Verbraucher in Frage gestellt, merklich mehr für “guten” Strom zu zahlen, auch die Industrie, “Hauptabnehmerin des Strom” rechne und sehe schwarz, heißt es. Die Anzeige der 40 Manager wird denn auch als ein Akt der Verzweiflung gedeutet. “Wer den Appell der 40 Manager erpresserisch nennt, verkennt den Ernst der Lage” – schließlich ginge es um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. “Längst ist die Energiedebatte vermasselt.”

Jochen Flasbarth geht in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hart mit der Atomlobby ins Gericht. Sie habe bei ihrem “energiepolitischen Appell” mit falschen Zahlen operiert. Und er sieht die regenerativen Energien mitnichten als die maßgeblichen Kostentreiber in der Stromversorgung. “Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt heute etwa 27 Euro mehr für den Strom als vor zehn Jahren. Davon gehen nur drei Euro auf die Förderung erneuerbarer Energien zurück.”

Die ZEIT hingegen weist in ihrem Artikel “Einstieg, nicht Ausstieg” darauf hin, dass die Interessen der Atomkonzerne und der deutschen Wirtschaft mitnichten dieselben seien. Vielmehr “beschwerten sich industrielle Großverbraucher sogar noch darüber, die Strompreispolitik der Versorger gefährde den Wirtschaftsstandort Deutschland”. Es wird auf die energiepolitische Wirklichkeit hingewiesen, die durch die vorherrschende energiepolitische Debatte in Berlin ins Hintertreffen gerät. Kurz: Energie muss effizienter genutzt werden, mehr Energie muss aus nicht versiegenden Quellen kommen und die “Energie der Zukunft muss sauber sein”. Außerdem geht der Artikel hart mit der Atomenergie ins Gericht und verweist auf überalterte Meiler, die nach heutigen Standards keine Genehmigung erhalten würden. Und es wird aufgeführt, wie wenig Strom tatsächlich von den Atommeilern kommt. Der ganze Artikel auf ZEIT online.

Auch Spiegel online berichtet über den Widerstand der Länder gegen Merkels Atompläne. Und auch im Tagesspiegel werden die vier Szenarien und die zentrale Rolle der Energieversorgung in der Regierung beschrieben.

Zurück zu ihren Wurzeln? Merkel auf Energiereise

„Keine Erklär-, sondern eine Lernreise“, wie Regierungssprecher Steffen Seibert es formulierte: Mit der aktuellen Debatte um die Energiepolitik im Weiterlesen »

“Der Strom kommt weiter aus der Steckdose”

Interview mit Björn Hansen von der Morgenwelt GmbH über die Zukunft regenerativer Weiterlesen »