Posts Tagged ‘Klimawandel’

Grüner Moloch – der “Train of Ideas”

Wie schafft eine Stadt den Wandel von einstmals rauchenden Schornsteinen zur umweltverträglichen Stadtidylle?

Wie lebt man nachhaltig? Landei oder doch eher eine Großstadtpflanze? In letzterem Begriff sind zumindest schon zwei Säulen der Brundtlandschen Nachhaltigkeitsdefinition vertreten – Ökologie und Ökonomie – Großstadt und Pflanze. Der Volksmund hat hier wohl der Sehnsucht nach der Vereinbarung von natürlichem Leben und den Errungenschaften und Vorteilen der Zivilisation in Form der Stadt Ausdruck gegeben.
Aber geht das? Und vor allem, wie geht das? Der UN-Report zur Besiedlung 2011 bezeichnet Städte als „real battle-ground in the fight against climate change“, sprich: ändert sich nichts in den Städten ist der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten und diese zeichnen verantwortlich für 60-80 % des Energieverbrauchs – die Problematik ist deutlich.
Hamburg ist zur europäischen Umwelthauptstadt 2011 gekürt worden. Und will Vorreiter sein, zeigen, wie es gehen kann. Der „Train of Ideas“ soll entsprechende Inspiration liefern. Die interaktive Ausstellung in sechs Wagons zum Thema Stadt und Nachhaltigkeit startete am 15.04 in Hamburg und wird bis Oktober 2011 in weiteren europäischen Städten halt machen, u.a. noch München, Wien und Zürich.

Bereits umgesetzte aber auch geplante Projekte in Hamburg, sowie in anderen europäischen Großstädten werdenvorgestellt. Interaktive Spielereien animieren zum Selbstcheck: welches Menü emittiert wieviel CO2, ist mein Mobilitätsverhalten schon optimal oder mein Energiekonsum? Klimasünder oder Nachhaltigkeitsidol? Man kann sich aber auch einfach nur informieren – oder seine eigene optimale Stadt planen, Wünsche äußern, kommentieren. Kinder genießen die Ausstellung und äußern verschriftlicht auf Klötzen Wünsche elterlichen Ursprungs wie: „kein DB Böasengang“, “keine haltbare Milch mehr” oder auch “TV/PC mit Radantrieb”.
Was glauben Sie? Wie nachhaltig kann man in einer Stadt leben? Und wie viel Engagement braucht es dafür vom Bürger?

Text: Lea K. Böttger, Fotos: Sabine Vielmo / Wolfgang Huppertz

Die Krux mit der E-Mobilität

Vielleicht ist es die Quadratur des Kreises. Bestimmt ist es eine der größten Aufgaben der neuen Mobilität. Auf jeden Fall ist es eine Krux: Alternative Antriebe machen nur Sinn, wenn dafür Energie aus regenerativen Quellen gespeist wird und sie nahezu so leistungsfähig sind, wie herkömmliche Antriebe. Was nützt der Elektromotor, wenn der Strom dafür aus dem Atomkraftwerk kommt? Wie verlockend ist ein Elektromobil, wenn es nicht mal die Hälfte der Strecke eines Benziners zurücklegt? Selbst Überzeugungstäter werden sich da oft für die doch komfortablere (schnellere) Variante entscheiden.

In Sachen alternative Antriebe gibt es also noch einiges aufzuholen. Dass sie nun nicht allzu ferne Zukunftsmusik ist, ist auch unter Experten mittlerweile unumstritten. Unklar ist jedoch, das Wann und Wie. Fachleute diskutieren unter der Federführung des Clean Energy Projects die Bedingungen, unter denen die neuen Antriebe die herkömmlichen Autos mit Benzin- und Dieselmotor ablösen könnten. „Elektrofahrzeuge können schon heute die Erwartung der Kunden zum größten Teil erfüllen“, hieß es auf der einen Seite. „Solange die E-Fahrzeuge nicht in Mobilitätskonzepte eingebunden oder mit Zusatzantrieben ausgerüstet sind, wird E-Mobilität nie funktionieren“, argumentierten die etwas kritischeren Fachleute.

Immerhin widerlegte Lorenz Köll, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die gemeinhin geäußerte Behauptung, der Bedarf an Strom sei nicht aus regenerativen Energien zu bewältigen: “Wenn wir von heute auf morgen die gesamte deutsche Automobilflotte umstellen würden, benötigten wir etwa 20 Prozent des derzeit erzeugten Stroms. Es ist kein Problem die benötigte Energie aufzubringen – selbst wenn die Fahrzeuge in Zukunft ausschließlich mit grünem Strom fahren.”

Wie halten Sie es? Schon umgestiegen auf Wasserstoff? Lädt das Auto des Nachts an der Steckdose? Sind Abstriche denkbar zugunsten eines umweltfreundlicheren Autos?

Cradle to Cradle bei den Morgenwelt Keynotes

In dieser Folge erklärt Oliver Widmann, Mitarbeiter von Prof. Dr. Michael Braungart, über das Prinzip Cradle to Cradle. Oliver Widmann wurde 1971 in Waiblingen geboren. Er ist Diplom Betriebswirt und studierte an der Hochschule für Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht in Pforzheim. Oliver Widmann ist Dozent für Betriebswirtschaftslehre, Marketing, Organisation und Personalpolitik an der Akademie JAK in Hamburg. Seit 1997 ist er Unternehmensberater, Cradle to Cradle® Consultant, Marketingmanager, Projektmanager, CSR, Interior Manager und Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements & Corporate Social Responsibility.
Oliver Widmann ist Mitarbeiter von Prof. Dr. Michael Braungart und spricht über das Prinzip “Cradle to cradle”.
“Cradle to cradle” ist ein Modell für industrielle Prozesse, in dem alle Materialien in geschlossenen biologischen oder technischen Kreisläufen fließen. “Abfälle” existieren in diesem Sinne nicht, d.h. “Abfall” ist – wie in der Natur – gleichbedeutend mit “Nahrung”.

Morgenwelt Keynotes 2010 in Elmshorn

In einer Woche finden in Elmshorn die Morgenwelt Keynotes statt. Verschiedene Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur werden sich zum Thema alternative Energien in der Zukunft äußern. Die zehnminütigen Beiträge stehen unter dem Schlagwort “Stadtentwicklung”. Alle Keynotes werden aufgezeichnet und nach der Veranstaltung im Weiterlesen »

2. Tag Utopia Konferenz 2010 – enorm Liveblog

Kaffee, warm, mit weichcremigem Milchschaum und Bio-Obst. Soweit so gut um neun Uhr morgens an einem Freitag. Auch heute startet die Utopia Konferenz 2010 mit ein paar Minuten Verzögerung, aber das sei dem Kaffee geschuldet, dessen Duft wirklich verlockend durch die Malzfabrik weht. Denn der große Veranstaltungsraum ist noch nicht zur Gänze gefüllt.

09:14: Britta Sander und Martin Kloss eröffnen. Und bitten um Pünktlichkeit. Und zack springt Fred Luks, Nachhaltigkeitsforscher, auf die Bühne, fängt justamente an zu reden, er hat 15 Minuten. Sein Thema: Entschleunigung, Entspannung. Gelassenheit. Und, rituelle Verschwendung. Fülle.

09:31: Andrew Simms. Selbstironie. Zu Beginn merkt er an, die Zuschauer müssten den Eindruck gewinnen, die Nachhaltigkeitsbewegung sei von glatzköpfigen Männern in weißen Oberhemden getrieben. Entertainen kann er. Keine Frage. Die Unsinnigkeit internationaler Handelsbeziehungen: Großbritannien exportierte 5000 Rollen Toilettenpapier nach Deutschland, Deutschland wiederum exportierte 4000 Rollen Toilettenpapier nach Großbritannien.

09:48: René Obermann, “einer der mächtigsten und einflussreichsten” (Britta Sander) Manager wird angekündigt. Nachhaltigkeit ist eine Herzenssache. Er revidiert sogleich die Beschreibung einflussreich. Er wirkt tatsächlich sehr bescheiden und scheint gleichzeitig ziemlich genau zu wissen, wovon er spricht. 40% CO2-Einsparung bis 2020 im Vergleich zu Mitte der Neunziger sollen bei der Telekom eingespart werden. Deutschlandweit sei die Telekom CO2 frei. Und Autos sind in Deutschland noch immer “die heilige Kuh”.

10:08: Und Telekom, Klappe die Zweite. Nach Vorstandschef Obermann steht jetzt der ehemalige Chef für Innovationen bei der Telekom und Gründer des Club of Marrakesh, Bernd Kolb auf der Bühne. Er fordert, unter anderem, das Schulfach Ökologie einzuführen und Frauen mehr Macht zugeben. Außerdem solle das Eco-System das Ego-System ersetzen.

11:34: Schnell mal zwei prominente Redner vor die Kamera gezogen. Wer das ist, das könnt ihr demnächst hier auf dem Blog sehen, dann posten wir die aktuellen Folgen von enorm Magazin TV. Und jetzt warten wir auf den Vortrag von Umweltaktivistin (und Mick Jagger Ex-Frau), Bianca Jagger. Ob sie wie früher zu Studio54 Zeiten auf einem Schimmel einreiten wird?

11:45: Bianca Jagger ruft eine Schweigeminute für Hermann Scheer aus.

11:59: Sie kam ohne weißes Pferd. Aber gut sieht sie immer noch aus. Kann man nicht anders sagen. “Now is the time to move beyond petroleum” – erinnern wir uns eigentlich noch an die Ölkatastrophe von BP im Frühjahr/Sommer?

12:17: Stefan Schaltegger, Professor für Nachhaltigkeitsmanagement an der Leuphana Uni Lüneburg, will in der kommenden halben Stunde 10 Lösungsansätze zum Thema Nachhaltigkeit vorstellen. Unsustainability is unexciting (Bianca Jagger bat ihn darum, den Vortrag auf englisch zu halten, damit sie seinen Worten auch folgen kann). Frage also, was sind die Lösungen für mehr Nachhaltigkeit?

12:28: Mei, was für ein guter Vortrag. Wie lässt sich das Müllproblem lösen? Wie das CO2-Problem? Wie erhalten wir die Biodiversität? Schaltegger zeigt eindrucksvoll, dass wir (leider) noch weit davon entfernt scheinen, die richtigen und perfekten Lösungen parat zu haben, um unseren Planeten zukunftsfähig zu gestalten. Allerdings, und das ist ja schon mal was, es gibt effektive (partielle) Lösungen.

Häppchenpause

14:49: Das Internet ist wieder da! Mittlerweile haben Harald Welzer und auch Renate Künast ihre Standpunkte in Sachen Politik verbreitet. Jetzt noch Diskussionsrunde mit u.a. Gregor Hackmack von abgeordnetenwatch.de.

Carrotmob 2010 – Die Macht der Möhre

Möhren für’s Klima. Oder so ähnlich. Zumindest sind am 21. Oktober in vier deutschen Städten Konsumenten von Carrotmob dazu aufgerufen, mit ihrem Einkauf einen Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. sneep, das studentische Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik, ruft zu der Aktion in Hamburg, Lüneburg, Passau und München auf.

Hier geht’s zum Video: Carrotmob 2010 from sneep on Vimeo.

Nachhaltigkeit als Standardbuchung

„Nachhaltigkeit? Wichtig, klar – aber…“ Diese Aussage, so das Ergebnis aktueller Studien, ist eine typische, wenn es um verantwortungsvollen Konsum geht. Was dahinter steckt? Obwohl vielen das Thema grundsätzlich Weiterlesen »

Die Letzte macht ihr Licht aus – Das Ende der 75-Watt-Lampe

Heute, genau vor einem Jahr – was da war? Ärger, Unverständnis, Hamsterkäufe: Mit dem Aus für 100-Watt-Lampen und Birnen mit mattiertem Glas wurde Weiterlesen »

Was ist die UNEP und was tut er/sie/es?

Sympathisch, zielstrebig und vor allem optimistisch – Adjektive, die Achim Steiner, Exekutivdirektor von UNEP, spontan beschreiben. Als Chef des Umweltprogramms der UN, einem Weiterlesen »

Zurück zu ihren Wurzeln? Merkel auf Energiereise

„Keine Erklär-, sondern eine Lernreise“, wie Regierungssprecher Steffen Seibert es formulierte: Mit der aktuellen Debatte um die Energiepolitik im Weiterlesen »

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